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Mit KI gegen den Krebs – Diagnose-Software von Cancilico liefert schnelle und präzise Ergebnisse

25.03.2026 Dresden

Künstliche Intelligenz für menschliches Überleben. Die Cancilico GmbH hat eine KI-basierte Software-Lösung entwickelt, mit der sich Krebszellen in Knochenmarkproben besonders schnell und präzise aufspüren lassen. In einer Seed-Runde über 2,5 Mio. Euro sammelte das Dresdner Start-up Anschubkapital vom TGFS Technologiegründerfonds Sachsen ein. Starke Co-Investoren – darunter der HTGF – steuerten ebenfalls Kapital bei, um die Software in die breite Anwendung in Laboren zu bringen.

Die bittere Wahrheit in Zahlen: Nach aktuellen Daten des Robert Koch Instituts erhielten allein im Jahr 2022 insgesamt 5.619 Frauen und 7.835 Männer in Deutschland die Diagnose „Leukämie“, im Volksmund bekannt als Blutkrebs. Ihre Überlebensrate lag bei durchschnittlich 58 %. Die gute Nachricht: Durch moderne Technologie lässt sich die Chance auf Heilung mittlerweile durchaus erhöhen. Dafür sind eine frühzeitige Diagnose und die Auswahl geeigneter Therapiemethoden entscheidend. Die Cancilico GmbH aus Dresden ist angetreten, um genau das möglich zu machen. Das Spin-off des Universitätsklinikums Dresden hat eine KI-gestützte Software entwickelt, mit der sich Blutkrebs in Knochenmarkproben aufspüren lässt – um ein Vielfaches schneller und präziser als es der Mensch bisher zu leisten vermag. Durch die Identifikation von Biomarkern können außerdem individuelle Therapieansätze erarbeitet werden, die besonders hohe Erfolgschancen für die betroffene Person in Aussicht stellen.

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Das Cancilico Team hat allen Grund zur Freude

Um die fortschrittliche Diagnose-Software in medizinischen Laboren weltweit zum Einsatz zu bringen, hat Cancilico vor Kurzem seine erste größere Finanzierungsrunde über 2,5 Millionen Euro abgeschlossen. Mit am Start: Der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, der sich einem namhaften, überregionalen Konsortium anschloss. Neben dem TGFS investierten auch der High-Tech Gründerfonds (HTGF), die GEDAD GmbH (Investitionsvehikel der Familie Ehninger) sowie die ROI Verwaltungsgesellschaft (Roland Oetker) in das vielversprechende Biotechnologie-Unternehmen aus Dresden.

Schon heute kann Cancilico auf namhafte Beta-Kunden verweisen. MyeloAID, so der Name der Software-Lösung, ist bereits für den „Research Use Only“ (RUO) Einsatz zugelassen und wird von medizinischen Einrichtungen und Pharmaherstellern in ganz Deutschland zu Forschungszwecken genutzt. Im nächsten Schritt will sich Cancilico als ISO 13485 Unternehmen zertifizieren lassen, um die Software einem noch größeren Anwenderkreis zugänglich machen zu können. Markus Badstübner, Mitgründer und CEO von Cancilico, erklärt:

„Unser Ziel ist es, MyeloAID als Routine-Tool für die Blutkrebsdiagnose im In- und Ausland zu etablieren. Das letzte Urteil hat dabei nach wie vor der Mensch. Wir verfolgen die Mission, Medizinerinnen und Mediziner im Laboralltag zu einer schnelleren, zuverlässigeren Diagnose zu befähigen und zu einer besseren Patientenversorgung beizutragen.“

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User Interface der Diagnose-Software MyeloAID

Das frisch eingesammelte Kapital will Cancilico verwenden, um die Zertifizierung voranzutreiben und zusätzliche Mitarbeitende im Vertrieb einzustellen. Finanzielle Starthilfe hatte Cancilico in der Vergangenheit bereits von Prof. em. Dr. med. Gerhard Ehninger erhalten. Der ehemalige Leiter der Fachabteilung für Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Dresden gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet und unterstützt Cancilico als privater Kapitalgeber der frühen Stunde. Zusätzlich war es dem 2023 gegründeten Unternehmen gelungen, eine Forschungsförderung von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) einzuwerben.

Mit dem Investment des TGFS Technologiegründerfonds Sachsen erhält Cancilico erneut finanzielle Unterstützung aus dem sächsischen Innovationsökosystem. Die Finanzierung wurde von Oliver Latz, Leiter der Investment-Sparte „Life Science“ bei der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG), begleitet. Er weiß zu berichten: „Cancilico adressiert ein strukturelles Problem der modernen Hämatologie: die stark steigende Zahl komplexer Diagnostikfälle bei gleichzeitig begrenzten personellen Ressourcen. Das interdisziplinäre Team kombiniert tiefes klinisches Know-how mit Data-Science-Expertise und entwickelt mit MyeloAID eine KI-basierte Diagnosesoftware, die das Potenzial hat, die bildbasierte Krebsdiagnostik effizienter denn je zu gestalten." Für das nötige Kapital ist vorerst gesorgt, wie Oliver Latz weiter festhält:

"Mit unserem Investment unterstützen wir Cancilico dabei die klinische Validierung weiter voranzutreiben und die Technologie in die breite Anwendung zu bringen.“

Der Effizienzgewinn ist vor allem auch deshalb besonders hoch, weil sich die herkömmliche Blutkrebsuntersuchung als manueller und zeitaufwändiger Prozess darstellt. Bislang muss jede Knochenmarkprobe einzeln von Expert:innen unter dem Mikroskop analysiert werden. Der steigenden Zahl und Komplexität der Fälle steht ein zunehmender Mangel an hämatologischen Fachkräften entgegen. Diese Diskrepanz löst MyeloAID auf: Dank intelligenter KI-Algorithmen lassen sich Krebszellen automatisiert auffinden, auszählen und klassifizieren. Binnen weniger Sekunden erhalten die Mediziner:innen eine detaillierte Auswertung.

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Mit dem Notartermin wird die Beteiligung offiziell: Markus Badstübner (Cancilico), Moritz Middeke (Cancilico), Oliver Latz (TGFS/MBG Sachsen), Jörg Traub (HTGF), Christian Salzig (Notar) - v.l.n.r.

Angelernt wurde die KI mit Trainingsdaten des Universitätsklinikums Dresden, die nicht nur Daten erkrankter Patient:innen, sondern auch auf Proben gesunder Spender:innen umfassten. Zusätzlich wurden publizierte Befunde hinzugezogen. Durch das Feedback der Nutzer:innen und neuen Daten von Partnerlaboren lernt die KI kontinuierlich dazu. Im Freistaat Sachsen fand Cancilico von Beginn an ein starkes Partnernetzwerk vor, um seine Diagnose-Software zur Marktreife zu entwickeln und über die Landesgrenzen hinaus in den klinischen Einsatz zu überführen. In diesem Kontext ist u. a. das EKFZ für Digitale Gesundheit zu nennen, das die Infrastruktur für die Forschungsarbeiten bereitstellte. Auch das sächsische Präzisionstherapie-Cluster SaxoCell sowie das Zukunftscluster SEMECO trugen mit ihrem Netzwerk maßgeblich dazu bei, dass MyeloAID heute kurz vor der breiten Markteinführung steht.

Derweil arbeitet das Cancilico-Team beständig daran, die Usability und Resultate seiner Software weiter zu verbessern. Neben dem Vertrieb soll auch die Produktentwicklung personell ausgebaut werden. Der Firmensitz in Dresden ist dabei ein echter „Standortvorteil“, so Dr. med. Jan Moritz Middeke, Mitgründer und Chief Medical Officer von Cancilico.

„Die Technische Universität Dresden ermöglicht uns Zugang zu hervorragend ausgebildeten Fachkräften. Sie erhalten bei Cancilico Gelegenheit, das Wachstum des Unternehmens und einen der zukunftsträchtigsten Märkte in der Medizintechnologie aktiv mitzugestalten.“

Und welcher Job könnte sinnstiftender für einen Menschen sein, als an der Bekämpfung der Volkskrankheit Krebs mitzuwirken?

Bildquelle: Cancilico GmbH (1-2), Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH (3)


Deal-Team der MBG:

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Oliver Latz, Senior Investment-Manager, Gruppenleiter Life Sciences, Clean Tech
Telefon: +49 151 534298-70
oliver.latz@mbg-sachsen.de

Marie Unger_Web_r

Marie Unger Junior Investment-Managerin Life Sciences
Telefon: +49 151 534298-39
marie.unger@mbg-sachsen.de