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News & Presse

Hier schließt sich der Kreis – HolyPoly weiht neues Zentrum für Kunststoff-Recycling in Dresden ein

27.11.2023 Dresden

Es läuft rund bei Holy Poly. Das Start-up aus Dresden konnte vor Kurzem seine Closed-Loop-Factory einweihen: In der Landeshauptstadt hat der Full-Service-Anbieter ein wahres Powerhouse für Kunststoff-Recycling geschaffen. Von der Aufbereitung des Alt-Kunststoffs bis hin zur Fertigung neuer Produkte wird hier konsequente Kreislaufwirtschaft betrieben. Die MBG hatte geholfen, das Rad ins Rollen zu bringen: Im Jahr 2021 investierte sie als Risiko-Kapitalgeber in das damals frisch gegründete Unternehmen.

Gestern noch Schnuller, morgen schon Sandform. HolyPoly macht es möglich. Das Dresdner Start-up ist spezialisiert auf das Recycling von Kunststoffprodukten. In einem Pionierprojekt mit der Qualitätsmarke NUK verleiht das HolyPoly-Team ausgedienten Babyartikeln ein zweites Leben. Dafür werden Nuckel, Trinkflaschen und Becher bundesweit eingesammelt, in ihre Plastik-Bestandteile zerlegt und neu zu Spielzeug aufbereitet, das zu 100 % aus recyceltem Material besteht. Das Projekt beweist, wie konsequente Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktionieren kann. Auch Marken wie Mattel, LAMY oder Bosch arbeiten mit HolyPoly zusammen, um ihr Kerngeschäft nachhaltiger aufzustellen und Recyclingprogramme für ihre Produkte auf- und umzusetzen. HolyPoly begleitet den Prozess von Anfang bis Ende mit umfassenden Beratungs-, Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistungen. Anfang Oktober dieses Jahres eröffnete das Unternehmen in Dresden seine neue Closed-Loop-Factory und erreichte damit ein neues Produktivitätslevel.

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Einweihung der Closed-Loop-Factory im Beisein von Ministerpräsident Michael Kretschmer

Die Einweihung der neuen Fabrik fand in Anwesenheit des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer statt – fast auf den Tag genau drei Jahre nach der Gründung von HolyPoly, die inmitten der Pandemie erfolgte. Damals erschwerte eine Serie von Lockdowns den Start. In dieser Situation kam die MBG zur Hilfe und stellte Risikokapital bereit, mit dem HolyPoly die anfängliche Durststrecke überbrücken konnte. Das Kapital stammte aus dem Corona-Hilfsfonds für Start-ups, welcher gemeinsam vom Bund (über die KfW), dem Freistaates Sachsen (über die SAB) und der MBG finanziert wurde.

Als Intermediär setzte sich die MBG aktiv dafür ein, dass die Gelder aus dem Corona-Hilfsfonds die innovativen und nachhaltigen Start-ups im Freistaat auch tatsächlich erreichten und ihre Wirkung entfalten konnten: In den Jahren 2020 und 2021 investierte sie in Summe 40 Millionen Euro in junge sächsische Unternehmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abzumildern. Bei HolyPoly ist die MBG bis heute der erste und einzige institutionelle Investor – eine bewusste Entscheidung, wie Mitgründer und Geschäftsführer Fridolin Pflüger erklärt: „In den Gesprächen mit der MBG wurde schnell klar, dass unsere Werte übereinstimmen. Die MBG hat frühzeitig an unsere Vision eines ganzheitlichen Kunststoff-Recyclings geglaubt und ist wie HolyPoly fest in der Region verwurzelt. Darüber hinaus passt die Form der stillen Beteiligung zu unserem Anspruch, alle Gesellschaftsanteile und Stimmrechte in unseren Händen zu belassen.“

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das Team von HolyPoly mit Geschäftsführenden Fridolin Pflüger ‍(links am Tisch) und Johanna Bialek (rechts am Tisch)

Auch Kunden erhalten alle Services aus einer Hand: Als Full-Service-Dienstleister deckt HolyPoly den gesamten Transformationsprozess vom Abfallprodukt hin zur recycelten Neuware ab. Das eigentliche Materialrecycling, also das Wiederaufbereiten des Kunststoffs, ist dabei nur ein Teilschritt. Das erfahrene Team kümmert sich weiterhin auch um die Annahme und Sortierung ausgedienter Produkte, die Materialentwicklung, das Produktdesign sowie die Herstellung und Vermarktung der Sekundär-Produkte. Mit dem übergreifenden Projektmanagement nimmt HolyPoly eine zentrale Aufgabe wahr. Schließlich gilt es, mehrere Akteure entlang der Wertschöpfungskette zu koordinieren, die sonst eher isoliert voneinander handeln.

3_HolyPoly_NUK_Sammelbox

das NUK Sammelmonster hat Plastikmüll zum Fressen gern

Bei dem Eingangsbeispiel des Babyartikel-Herstellers NUK beginnt der Service mit dem Einsammeln der gebrauchten Produkte. Dafür hat HolyPoly farbenfroh designte Sammelboxen, die sogenannten „Schnullermonster“, entwickelt. Über 1.100 Kindertagesstätten hatten sich für das Recyclingprogramm angemeldet und die Boxen bei sich aufgestellt, die außerdem in 100 Geschäften zu finden waren. Aus den bis Sommer dieses Jahres eingereichten Alt-Artikeln wurden in einer ersten Runde rund 12.000 Sandformen hergestellt, die nun an die Sammlerinnen und Sammler zurückgehen. Dazu gibt es das gute Gefühl, einen Beitrag zum Umweltschutz geleistet zu haben: Jedes recycelte Produkt reduziert das Abfallaufkommen sowie den Verbrauch von fossilen Rohstoffen, wie sie für die Kunststoffproduktion nötig sind. Das Pilotprojekt mit NUK ist so erfolgreich angelaufen, dass das Konzept nun auch nach Frankreich exportiert werden soll.

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Der Recycling-Prozess: Von der Sortierung über das Schreddern bis zum neuen Produkt

Mit dem Schreibgeräte-Hersteller LAMY arbeitet man unterdessen darauf hin, den ikonischen Füller aus Sekundär-Kunststoff herzustellen. Schon heute werden LAMY Malkästen aus rückgewonnener Plastik gefertigt, die nächstes Jahr in den Handel kommen. Die Referenzprojekte zeigen, dass die Finanzmittel aus dem Corona-Hilfsfonds ihren Zweck nicht verfehlten. MBG Beteiligungsmanager Vincent Kretzschmar zieht eine Zwischenbilanz: „Trotz der herausfordernden Startbedingungen der Pandemie ist es HolyPoly gelungen, im schnell wachsenden Markt des Rohstoff-Recyclings Fuß zu fassen und sich als kompetenter, leistungsfähiger 360°-Partner für Unternehmen zu beweisen. Mit der neuen Closed-Loop-Factory bestärkt das Unternehmen seine Verbundenheit zu Dresden und schafft die Voraussetzungen für die weitere Skalierung.“

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Einblick in die Produktentwicklung bei der Eröffnung des Technikums

Auf dem Areal des Städtischen Gewerbehofs in Dresden bündelt HolyPoly heute alle Prozesse der Kreislaufwirtschaft unter einem Dach. Der neue Firmensitz, der sich über 750 Quadratmeter Fläche erstreckt, ist Entwicklungszentrum, Testlabor, Recycling-Station und Produktionsstätte in einem. Jedes hier entstehende Produkt ist so einzigartig wie die Ausgangsprodukte und ihre Materialzusammensetzung. In einem eigenen Technikum werden neue Recyclingprozesse getestet und moderne Verfahren erprobt, bevor sie in die serielle Fertigung übergehen. So baut HolyPoly mit jedem Projekt mehr Erfahrungswissen auf. „Wir wollen Wissensführer auf dem Feld der Kreislaufwirtschaft werden und dazu beitragen, dass Kunststoff-Recycling selbstverständlich wird“, hält Fridolin Pflüger fest. Die Nachfrage seitens der Industrie war zuletzt bereits so groß, dass HolyPoly am alten Standort an Kapazitätsgrenzen stieß. Heute setzt man neue Größenmaßstäbe, wie der HolyPoly-Chef ergänzt: „Die Closed-Loop-Factory erlaubt uns, unsere Produktionskapazitäten relevant zu erweitern und das Kunststoff-Recycling im größeren Stil zu betreiben. Damit erhöhen wir auch unsere Attraktivität gegenüber den großen Marken.“ Der Ressourcen-Pool, aus dem HolyPoly schöpfen kann, ist jedenfalls riesig: Laut einer Conversio-Analyse fielen 2021 in Deutschland allein 5,4 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an – und damit tonnenweise Sekundär-Rohstoffe, die dem Kreislauf neu zugeführt werden können.

Bildquelle: HolyPoly GmbH


Deal-Team der MBG:

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Tobias Voigt, Teamleiter Start-Up Investmens
Telefon +49 160 3515409
tobias.voigt@mbg-sachsen.de

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Vincent Kretzschmar, Junior Investment-Manager
Telefon +49 151 534298-69
vincent.kretzschmar@mbg-sachsen.de